Richtige Ernährung bei Zuckerkrankheit

Freitag Mrz 26, 2010

Früher war die Diagnose Diabetes eine Strafe. Mit dem Tag, an dem der Arzt diese weniger frohe Botschaft überbrachte, war es mit allem, was Genuss bedeutete vorbei. Eine Insulingabe wurde angeordnet, man bekam eine strenge Diät aufgebrummt, an die man sich konsequent zu halten hatte. Genaueste Einhaltung der angesetzten BE-Zahl, also der täglich erlaubten Broteinheiten, war oberstes Gebot. Die horrenden Folgen, die es hatte, sich hier nicht an die Vorschriften der Ärzte zu halten, wurden schnell sichtbar. Die Spätfolgen der Diabetes sind schlimm und reichen von der völligen Erblindung über Herzerkrankungen und Gefäßverschlüsse, die nur durch Amputationen von Gliedmaßen, zum Beispiel der Beine, nicht lebensgefährlich werden. Auch als eigentlich gesunder Mensch kann man Diabetes bekommen, nämlich dann, wenn man zu viel Übergewicht mit sich herum trägt und jahrelang sehr ungesund lebt.

Heute hat sich die Medizin um ein großes Stück weiter entwickelt. Es werden verschiedene Insuline angeboten, die es zum Beispiel möglich machen, exakt die Menge an Kohlenhydraten, die man beim Essen zu sich genommen hat, herunter zu spritzen. Man schätzt ab, wie viel man gegessen hat, und spritzt sich ein entsprechendes Mahlzeiteninsulin in ausreichender Menge. Während der Einstellungsphase lernt man, genau zu tarieren, wie viel Insulin man sich für einen Teller voller Essen spritzen muss. So genannte Langzeitinsuline korrigieren den grundlegenden Zuckerhaushalt im Körper. Das Essen muss also nicht mehr auf das Insulin ausgerichtet werden, sondern umgekehrt. Eigenverantwortliches Handeln ist hier oberstes Gebot.

Das Zusammenspiel aus Zuckermessen, Essen, Spritzen und Bewegung geht in Fleisch und Blut über. So kann man über Jahrzehnte hinweg ganz normal leben, wenn man Messgerät, Schätzwerte und Insulinspritze als Freunde statt als Feinde betrachtet. Eine gründliche Schulung darüber, welche Kohlenhydrate in welchen Lebensmitteln versteckt sind, ist unabdingbar. Akzeptiert man die Tatsache, dass man Diabetiker ist, kann man mit der zunächst beinahe symptomfreien Krankheit gut zu Recht kommen.

Während früher die Ernährung also streng kontrolliert wurde, kann man heute, wenn man seine Zuckerkrankheit im Griff hat, ein völlig normales Leben führen. Einschränkungen gibt es, wenn überhaupt, nur bedingt, zum Beispiel beim Baden in sehr kaltem Wasser, beim Genuss von Alkohol und übermäßiger Anstrengung. Wer gut mit Insulin und Messwerten umzugehen versteht, kann bedenkenlos Autofahren, ohne Angst haben zu müssen, in einen Unterzucker zu fallen. Es ist besser, beim Verdacht auf Diabetes, der bei übermäßiger Müdigkeit oder starkem Durst besteht, gleich zum Arzt zu gehen. Die Ernährung muss nicht besonders umgestellt werden, außer man leidet unter starkem Übergewicht, das übrigens oft ein Verursacher der Diabetes ist. Dann muss eine konsequente Diät bis hin zum Idealgewicht erfolgen, da die Zuckerkrankheit in diesem Fall meistens viel leichter wird, die Werte deutlich besser zu kontrollieren sind. Wer sich absichern möchte, kann in der Apotheke meistens einen Zuckerwert messen lassen. Natürlich gibt auch eine Laborkontrolle beim Hausarzt Aufschluss. Hier sind der HBA1c Wert und der aktuelle Zuckerwert bei nüchternem Magen am aussagekräftigsten. Wer aus Prinzip sehr gesund lebt, und auf seine Ernährung achtet, muss nicht allzu viel Angst haben, an der Modekrankheit Diabetes, die Folge des Überflusses ist, in dem wir leben, zu erkranken.

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